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Die nächsten Tage werde ich wohl einige Beiträge nachreichen, die bisher nur als Dokument auf dem PC existierten, weil ich hier keine Einträge mehr verfassen konnte.

Das übliche Gedankenpürree, das plötzlich in meinem Kopf erscheint, wenn alles schwarz wird. Die Wortfetzen, die sich in meinen Kopf bohren und heraus wollen. Zusammenhangslos, kompromisslos, hoffnungslos.

 

...

 

Ein Eintrag aus dem geschützten Blog, einer meiner letzten Zufluchten. Jetzt darf er auch hierher. Jetzt muss ich ihn nicht mehr verstecken. Januar 2010.

 

Klare Gedanken. Will klare Gedanken.
Was mache ich da? 
Was zur Hölle mache ich da? 
Warum?
Warum? Warum? Warum?
 Falsch. Falsch. Falsch.
Ist doch egal. Egal. Egal. 
Egal. Egal. Egal. Egal. Egal. Egal. Egal.
Was hat das für einen Sinn?
Wo ist der beschissene Sinn?
Dieser abgefuckte Sinn fehlt einfach bei dem Ganzen.
Ja. Fehlt.
 
Man will Ehrlichkeit. Man will sie nicht.
Wenn es wehtut.
 Gott, es zerreisst mich. 
Hingerissen. Hergerissen. Zerrissen. Abgerissen.
Drauf geschissen.
 
Nicht Ausprechen können.
Unterschwellig. Warnungen.
Mehr nicht.
Mehr nicht.
Wer könnte schon verstehen?
 
Soll und Ist. 
Ein riesengroßer Unterschied.
Was fühle ich?
Wer weiß das schon.
 
 
 
Träume. Verdammte Träume.
Immer wieder das Gleiche.
 
 
Gott, entscheide dich.
Will zurück.
Zurück.
Es hatte etwas.
Lebendiges.
Ich habe gefühlt.
Irgendetwas.
Irgendwann.
 
 
Hab es mir versprochen.
Versprochen.
Wird nicht gebrochen.
Erstochen.
Wirr.
 
 
Gedanken schweifen ab.
 Will das nicht.
Nicht das hier.
Das gehört nicht zu mir.
Ich fühl mich nicht wohl dabei.
Auch wenn ich es sollte.
 
 
Kämpfen.
Für das was ich nicht will.
Nach vorne.
Nicht zurück.
 
 
 
 
 
*****.
 In meiner Hand.
Abrechnung.
Abgang.
Abgefuckt.

 

26.4.12 12:02


 
 
Wie ein Phoenix aus der Asche...
26.4.12 13:27


Wenn du diesen Knall spürst, wenn du auf dem harten Boden der Realität aufschlägst. Dieses Gefühl, wenn du langsam aufzuwachst und nicht sicher bist, ob du noch lebst. Wenn du versuchst etwas zu spüren, aber du gleichzeitig merkst, dass dir alles egal geworden ist. Dass du nicht trauern würdest, wenn die letzten, von denen du meintest sie zu lieben, verschwinden würden. Und du merkst, dass selbst die dir nicht wirklich etwas bedeuten.

Wie gehst du mit der Erkenntnis um, nicht mehr weinen zu können? Mit der Erkenntnis, nichts mehr zu spüren, nicht mehr trauern zu können? Wenn dir alles so egal vorkommt und du dich vom Leben nur noch treiben lässt, weil du keine Ziele mehr hast? Was tust du, wenn du bemerkst, dass du nicht mehr bereust? Wenn du bemerkst, dass das Gute, Warmherzige, Weiche aus dir verschwindet und dir deine Umwelt egal wird?

Wenn du beim Anblick deiner sterbenden oder bereits toten Liebsten nichts spürst, rein gar nichts fühlst und du nicht weißt warum. Wenn du nicht weißt, wann es so weit gekommen ist, dass du dich so von ihnen entfremdet hast, dass du jetzt nicht mehr um sie trauern kannst.

Welchen Weg schlägst du ein? Versuchst du, deine bisherigen Ziele und Ideale zu verwirklichen, auch wenn du nicht mehr an sie glaubst? Oder weichst du vom richtigen Pfad ab, weil dir der Sinn fehlt?

Du merkst, dass dir andere nichts bedeuten – und – nichts bedeutet haben. Dass es eine Lüge war, eine Illusion, die du nur allzu gerne geglaubt hast.

Wenn das Aggressionspotenzial steigt und du nichts dagegen tun kannst – nein – willst. Wenn du versuchst dich unter Kontrolle zu behalten und du gleichzeitig merkst, dass du nicht mehr weißt warum du das eigentlich noch tust. Und du plötzlich so irrsinnig dumme Impulse hast, die du kaum noch kontrollieren kannst.

Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack. – Hörst du das Ticken? Hörst du es? Erkennst du es? Erkennst du dich darin wieder?
Dieses abgestumpfte Ticken, dieses Dröhnen im Kopf.
Auch unter einer Wiese voller Blumen kann sich ein Minenfeld verbergen.
Passt auf wohin ihr tretet.
26.4.12 13:49


Und manchmal, ja manchmal, da frage ich mich, ob das normal ist. Ob diese Gedanken normal sind. Ist es normal, den unglaublich starken Impuls zu spüren, sich das Gesicht zu zerschneiden? Sich ein Messer in den Körper zu rammen? Einfach so, rum um das Blut fließen zu sehen? Sich zu entstellen? Sich zu erstellen, sich neu zu erstellen, sich neu zu erfinden? Etwas zu empfinden? Irgendetwas? Irgendetwas fühlen, irgendetwas. Hauptsache etwas fühlen, ganz egal, ob Schmerz, Angst, Wut, Trauer oder Freude. Nur etwas fühlen. Nur etwas füllen. Die Leere füllen. Die Leere, die um sich greift. Die Gefühlsleere, die Taubheit. Taubheit. Ich spüre nichts mehr. Nichts scheint mehr an mich heran zu reichen. 
26.4.12 19:58


Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß es nicht mehr. Weiß ich überhaupt noch irgendetwas? Diese Leere frisst mich auf. Sie nagt an mir, immer und immer wieder. Ich warte darauf, dass sie richtig zubeißt. Zubeißt. Mir die Zähne in die Haut rammt. Das Blut spritzen lässt, meine Haut zerfetzt. Meinen Körper, meine Hülle zerstört und an mein Inneres geht. An mein Innerstes. An all meine Gedanken. An all meine Gefühle. Habe ich überhaupt noch welche? Ich weiß es nicht. Ich werde es wohl wissen, wenn die Leere meine Hülle zerstört hat und an meinen Gedanken nagt. Ich werde spüren, ob es weh tut. Wann es weh tut. Wie es weh tut. Oder ob da wieder nur diese Taubheit ist.

Diese Gedanken fliegen durch meinen Kopf. Wie ein Raumschiff, das unaufhörlich versucht den Meteoriten auszuweichen. Doch jeder weiß, dass das nicht ewig gut gehen wird. Die Kollision ist unvermeidbar, unausweichlich, sie ist vorprogrammiert. Ich versuche auszuweichen, immer auszuweichen, immer weiter auszuweichen - doch in dem Wissen, dass es umsonst sein wird. Dass der Zusammenstoß kommen wird. Und der Aufprall wird gigantisch sein. Eine riesige Explosion voll Gedanken und Gedärmen.


Worte in meinem Kopf, die da nicht sein sollen. Gedanken in meinem Kopf, die da nicht sein sollen. Stimmen in meinem Kopf, die da nicht sein sollen. Die da nicht sein dürfen. Muss sie rausschneiden. Raus aus dem Kopf. Rausschneiden. Wort für Wort. Jedes einzelne rausschneiden. Bis nichts mehr drin ist. Bis nichts mehr drin ist im Kopf. Bis alles rausgeschnitten ist. Alles. Bis es wieder leer ist. Leer und still. Doch die Leere bleibt nicht lange. Die Stille bleibt nicht lange. Weil sie nicht auszuhalten ist. Sie lässt einen verrückt werden, diese unerträgliche Stille. Und um die Stille loszuwerden kommen wieder diese Stimme. Diese Stimmen, die die Stille töten. Diese Stimmen, die diese Gedanken in deinen Kopf setzen. Gedanken, die du los werden musst. Gedanken, die du heraus schneiden musst. Damit da wieder Stille ist. Schneid sie raus. Schneid sie heraus. Die Stimmen verlangen es.
26.4.12 19:59


Nicht dass ihr mich falsch versteht. Es geht mir gut. Es geht mir sehr gut. Es geht mir wirklich bestens. Meistens zumindest.
Doch manchmal, ja manchmal, da kommen sie. Da kommen die Stimmen. Die Stimmen kommen.
Sie kommen in meinen Kopf und reden. Und pflanzen mir diese Gedanken ein. Diese Gedanken, die da nicht sein sollten.
Aber das ist okay. Sie kamen schon immer. Nur manchmal kommen sie eben öfter. Und manchmal seltener.
Und manchmal darf es einfach keiner wissen, dass sie da sind.

Jetzt ist es anders. Es ist okay, wenn sie kommen. Es ist nicht schön. Aber es ist okay. Ich muss es nicht mehr geheim halten.
Ich darf die Stimmen anhören und schreiben, aufschreiben was sie sagen. Oder zumindest darüber schreiben, dass sie etwas sagen.
Ich muss nicht mehr schweigen. Ich muss nicht mehr so tun, als gäbe es sie nicht.

Manchmal,ja manchmal, manchmal, wenn sie da sind, will irgendetwas in mir um Hilfe rufen. Es will herausschreien, dass da diese Stimmen sind.
Diese Stimmen, die mich gefangen nehmen. Diese Stimmen, die mich voll in ihrer Gewalt haben. Es will rufen "Helft mir! Seht ihr nicht,
was mit mir passiert? Seht ihr es nicht? Bitte helft mir, ich brauche Hilfe".
Doch ich lasse es nicht heraus. Ich unterdrücke es. Bewusst. Weil ich weiß, dass das nicht ich bin. Ich rufe nicht nach Hilfe.
Ich muss nicht nach Hilfe rufen. Es geht mir gut. Nur sollte ich es. Ich sollte nach Hilfe rufen. Weil etwas mit mir nicht stimmt.
Weil ich krank bin, sagen die anderen. Weil ich anders bin. Weil ich verrückt bin. Weil ich seltsam bin.


Aber ich möchte keine Hilfe. Ich brauche keine Hilfe. Diese Stimmen gehören zu mir, sie sind ein Teil von mir. Ich habe keine Angst vor ihnen.
Sie begleiten mich, ja manchmal helfen sie mir sogar. Ich mag sie. Ich mag es wenn ich schreiben kann. Wenn es einfach fließt, wenn all diese
Wörter und Gedanken einfach aus mir herausfließen. Wenn sie in die Tasten fließen, wenn sie die Tasten drücken, wenn sie die Texte tippen.


Es ist dieser seltsame Stil, den ich nicht imitieren kann. Den ich nicht erzwingen kann, so sehr ich mich auch anstrenge. Meine Muse,
meine Inspiration, mein wertvollstes Gut.

Wie oft hatte ich diese Anfälle und durfte sie nicht leben? Diese Anfälle von Schreibwut, von Melancholie und Panik, die ich nicht ausleben durfte.
Die Panik, die lähmte, die jedes klare Denken verhinderte. Was in mir vorging passierte hinter verschlossener Tür. Ich konnte nie jemandem
davon erzählen. Ich durfte es nicht.
Jetzt ist da niemand mehr. Niemand mehr, der mich kontrolliert. Der es mir verbietet, dass die Stimmen kommen. Der es mir verbietet, mit ihnen
zu reden. Der mir sagt, ich müsste sie loswerden. Der Angst um mich hat, weil er mich nicht mehr wiedererkennt.


Seht ihr nicht, dass ich frei bin? Könnt ihr es nicht sehen? Könnt ihr es nicht sehen, dass ich frei bin?
26.4.12 20:28





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